Eine kürzlich in JAMA Network Open veröffentlichte globale Studie hat alarmierende Erkenntnisse über die Kluft zwischen Lebenserwartung und gesunden Lebensjahren zutage gefördert. Die Untersuchung, durchgeführt von Armin Garmany und Andre Terzic, analysierte Daten von 183 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten1.

Die Forscher verglichen die Lebenserwartung mit der gesundheitsbereinigten Lebenserwartung, um die sogenannte „Healthspan-Lifespan-Lücke“ zu quantifizieren – die Anzahl der Jahre, die Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen leben.

Wichtigste Ergebnisse der Studie

  1. Die globale Healthspan-Lifespan-Lücke ist von 8,5 Jahren im Jahr 2000 auf 9,6 Jahre im Jahr 2019 angewachsen – ein Anstieg um 13%.
  2. Frauen weisen im Durchschnitt eine um 2,4 Jahre größere Lücke auf als Männer. In Deutschland liegt die Spanne sogar bei 3,6 Jahren(!).
  3. Die USA verzeichnen mit 12,4 Jahren die größte Healthspan-Lifespan-Lücke, gefolgt von Australien (12,1 Jahre) und Neuseeland (11,8 Jahre). Deutschland liegt bei ca. 10,8 Jahren.
  4. Die Lücke korreliert positiv mit der Belastung durch nichtübertragbare Krankheiten und der Gesamtmorbidität.
  5. In den USA trugen psychische Erkrankungen, Substanzmissbrauch und Erkrankungen des Bewegungsapparats am stärksten zu den mit Behinderung gelebten Jahren bei.

Die Studie zeigt, dass trotz steigender Lebenserwartung die Anzahl der in Gesundheit verbrachten Jahre nicht im gleichen Maße zunimmt. Dies stellt eine erhebliche Herausforderung für die globale Gesundheit dar und unterstreicht die Notwendigkeit, sich nicht nur auf die Verlängerung des Lebens zu konzentrieren, sondern auch auf die Verbesserung der Lebensqualität in den gewonnenen Jahren.

Für Fitness-Enthusiasten und Gesundheitsbewusste bedeuten diese Ergebnisse, dass es wichtiger denn je ist, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Regelmäßige körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und Stressmanagement können dazu beitragen, die Healthspan-Lifespan-Lücke zu verringern und die Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten.

Die Studie unterstreicht auch die Bedeutung der Prävention und Behandlung nichtübertragbarer Krankheiten, insbesondere im Bereich der psychischen Gesundheit und der Erkrankungen des Bewegungsapparats. Als Personal Trainer kann ich meine Leser nur ermutigen, ganzheitliche Ansätze zur Gesundheitsförderung zu verfolgen, die sowohl körperliche als auch geistige Aspekte berücksichtigen.

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Forschung einen wichtigen Beitrag zum Verständnis globaler Gesundheitstrends leistet. Sie fordert uns heraus, über die bloße Lebensverlängerung hinauszudenken und uns stattdessen darauf zu konzentrieren, wie wir mehr gesunde, aktive und erfüllte Jahre zu unserem Leben hinzufügen können.

  1. JAMA Network Open (2024-7(12):e2450241). Armin Garmany & Andre Terzic: URL zur Quelle: Global Healthspan-Lifespan Gaps Among 183 World Health Organization Member States | Global Health | JAMA Network Open | JAMA Network ↩︎

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